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# Eine Hassliebe: Ubiquiti UniFi Dream Machine Pro - Fazit nach Langzeittest
- URL: https://blog.leon-ebersmann.de/ubiquiti-unifi-dream-machine-pro-review/
- Published: 2023-12-17T17:00:51.000Z
- Updated: 2026-10-25T16:05:23.000Z
- Author: Leon Ebersmann
- Tags: 2023, Hardware, Review, Technik, Ubiquiti, Failover, HA, LAN, Leon Ebersmann, Netzwerk, UDM, UDM Pro, UDR, UniFi, UniFi Dream Machine Pro, UniFi Dream Router, VLAN, WAN, #Migrated-1792944284075, #wp, #wp-post, #Import 2026-10-25 17:04

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Im Auftaktartikel „[*What’s in my homelab?*](https://blog.leon-ebersmann.de/content/files/2026/10/whats-in-my-homelab.html)“ hieß es bereits: „*Die Firewall ist das Herz jeder IT-Infrastruktur.*“ Das Herz meines Homelabs ist die **U**niFi **D**ream **M**achine Pro (kurz: UDM Pro) von Ubiquiti.

## Das ist die UniFi Dream Machine Pro.

In dem nur 1HE-hohen grau-rauen Gehäuse werden diverse Hard- und Softwareprodukte vereint: Firewall (vgl. Security Gateway), Netzwerkcontroller (vgl. Cloud Key) und einen 9-fach RJ45-Gigabit- und 2-fach 10-Gigabit (SFP+) Switch, wobei mindestens ein Port für den Zugang ins Internet abgezogen werden muss. Mangels Hardware und Bedarf meinerseits lässt dieser Blog-Artikel die UniFi-Applications *Protect*, *Access*, *Talk*, *Connect* und *UID* außen vor.

## Was die UDM Pro nicht ist.

Um keine falsche Erwartungen zu wecken, ist es wichtig zu wissen, was die UDM Pro nicht ist. In Gebäuden mit einem handelsüblichen DSL- oder Kabelanschluss wird noch ein Modem, ein oder mehrere WLAN-Access Point sowie optional ein PoE(+)-Switch benötigt. Wer eine integrierte WLAN-Funktion wünscht, muss zum UniFi Dream Router (kurz: UDR) mit 2-fach PoE greifen. Wer auf WLAN verzichten kann, aber eine PoE(+)-Funktionalität braucht, muss auf die UDM Special Edition (kurt: UDM SE) upgraden.

Nach knapp eineinhalbjähriger Benutzung löste die UDM Pro mein Security Gateway ab. Das hatte mehrere Gründe. Am ausschlaggebendsten war die Tatsache, dass bei aktiviertem **I**ntrusion **D**etection **S**ystem (IDS) oder **I**ntrusion **P**revention **S**ystem (IPS) der Datendurchsatz auf 85Mbit/s limitiert ist; bei der UDM Pro sind es 3,5 Gbit/s. Außerdem hätte ich auf dem Security Gateway keinen OpenVPN- oder sogar mehrere WireGuard-Server einrichten können.

## Netzwerkadministration via App.

![](https://blog.leon-ebersmann.de/content/images/2026/10/img_8777.jpg)

Wer eine UDM Pro kauft, tut das aus zwei Gründen: Der Wunsch nach mehr Netzwerksicherheit durch mehr Einstellungsmöglichkeiten, ohne von Anfang an ein tiefgründiges Wissen zu haben, um jedes Netzwerkgerät einzeln konfigurieren zu können dank **S*oftware-*d*efined *N*etworking* (kurz: SDN). Wer es darauf anlegen möchte, kann die UDM Pro ausschließlich via App einrichten und administrieren. Allerdings ist der Funktionsumfang der UDM Pro via App drastisch eingeschränkt, sodass ich als Homelab-Enthusiast die App nicht empfehlen kann und in einer Unternehmensumgebung ausdrücklich davon abrate. Ein Kunde meldete WLAN-Probleme, die sich nur mittels Einstellungen über die Weboberfläche lösen ließen.

Apropos WLAN in einem UniFi-Setup: Der Netzwerkcontroller bzw. seine Access Points ist auf die Ausstrahlung von 4 SSIDs bei Band-Steering limitiert. Ob „nur“ vier SSIDs ein Nachteil sind, weißt du am besten; zumal sich das via der Pre-Shared-Key in den WLAN-Einstellungen teilweise umgehen lassen müsste.

Noch ein Absatz zur App: Die Einrichtung via App ist bequem und schnell erledigt. Allerdings wird bei der App-Einrichtung ein UI-Account angelegt und ohne die Einstellungen zu ändern, ist damit die Firewall – das Herz deiner IT-Infrastruktur – aus dem Internet erreichbar. Bedenke daher immer: Wenn du das kannst, können das mögliche Angreifer ebenso. Daher ist meine Dream Machine Pro von der UI-Cloud entkoppelt. Nachteil dessen ist, dass ich keine Beta-Versionen von UniFi OS installieren kann.

## Wenn "einfach" es komplizierter macht.

Die einfache Administration der UDM Pro kommt nicht ganz ohne Nachteile aus: Die Idee von VLANs ist, dass sich Netzwerkgeräte und ihr erzeugter Traffic besser separieren und durch Firewall-Regeln filtern lässt. Ubiquiti erfordert bei bereits erfahrenen Netzwerkadministratoren ein Umdenken, denn per default ist *Inter-VLAN-Routing* erlaubt. In der Firewall braucht es zunächst eine manuell angelegte Verbotsregel für alle privaten IP-Adressbereiche ehe dann die regulären Firewall-Regeln hinzukommen. Außerdem gibt es nur ein Regelwerk für **alle** LANs; Ausnahme IPv6 und die Gast-Schnittstellen.

Andere Firewall-Lösungen z.B. pfSense oder OPNsense können je Schnittstelle unterscheiden, sodass ein Rechner in LAN A etwas darf, das ihm in LAN B verwehrt bleibt. Hier haben mir die YouTube-Tutorials von [Mactelecom Networks](https://blog.leon-ebersmann.de/content/files/2026/10/ewdo5p.html) am zielführendsten weitergeholfen, auch wenn das [YouTube-Video von Techno Tim](https://blog.leon-ebersmann.de/content/files/2026/10/zrvsg2.html) in seinem spezifischen Anwendungsfall ausreichend ist.

## WPA Enterprise und RADIUS-Authentifizierung: Business-Features im Test.

Auch wenn die UDM Pro bei so manchen nerdigen Heimanwendern zu finden ist, schätze ich die primäre Zielgruppe auf **k**leine und **m**ittlere **U**nternehmen (KMU). Daher habe ich ebenso die eher Business-orientierten Features getestet. Angefangen mit WPA Enterprise, wobei zur Anmeldung in einem (W)LAN-Netzwerk eine Benutzername-Passwort-Kombination verlangt wird.

Diese Anmeldeinformationen sind zentral auf einem Radius-Server hinterlegt, sodass kompatible Anwendungen darauf zugreifen können und Mitarbeiter:innen einen Benutzername und ein Passwort für alle Anwendungen haben. Die UDM Pro kann einen Radius-Server bereitstellen oder – wie in meinem Setup – sich mit einem bestehenden Radius-Server verbinden. Zu meiner Überraschung kann für OpenVPN-Verbindungen **zur** UDM Pro auch auf diese Benutzerbasis zurückgegriffen werden. Umso enttäuschender, dass Radius-/ LDAP-Integration zur Anmeldung auf die UDM Pro selbst ein Feature ist, das monatlich wiederkehrende Kosten bedeuten würde.

## HA-Cluster: Gut gedacht, noch nicht zu Ende gemacht.

Je nach Unternehmenstyp ist Redundanz ein Thema. Hier stellen sich Fragen wie: *Ist es ein akutes Problem, wenn die Internetverbindung abbricht?* oder *Ist es ein akutes Problem, wenn die Hardware selbst einen Schaden hat?* Für letzteres ist High Availability (kurz: HA, dt.: Hochverfügbarkeit) durch doppelte Hardware die Lösung. Bei UniFi heißt das *Shadow Mode*, doch zur richtigen Hochverfügbarkeit fehlt noch ein Entwicklungsschritt, der mit zukünftigen UniFi OS-Versionen nachgereicht werden soll. Bisher arbeitet *Shadow Mode* nach dem Hot-Standby-Prinzip. Heißt: Im Regelbetrieb halten sich beide Geräte ihre Konfiguration aktuell, doch bei Ausfall der primären Maschine muss das Ersatzgerät durch Umstecken des WAN-Signals und eingesetzter HDD manuell zur neuen primären Maschine gemacht werden.

## WAN-Failover oder -Lastverteilung.

![](https://blog.leon-ebersmann.de/content/images/2026/10/img_8773.jpg)

Wesentlich mehr Spaß hatte ich mit WAN-Failover (ugs.: Internetverbindung weg). Dabei muss ich so manche Video-Creator oder Foreneinträge korrigieren bzw. auf den aktuellen Stand bringen, denn die beiden WAN-Ports können beliebig zwischen Port 8, Port 9, SFP+ 1 und SFP+ 2 gesetzt werden. So müssen die 10G-Ports nicht für langsames Internet verschwendet werden oder können in Umgebungen mit besonders schneller Internetanbindung ganz bewusst auf die SFP+ Ports gelegt werden. Ich habe mich für ein WAN-Failover via LTE entschieden; zur verwendeten Hardware siehe den Auftaktartikel „[*What’s in my homelab?*](https://blog.leon-ebersmann.de/content/files/2026/10/whats-in-my-homelab-1.html)“.

Statt *Failover* gibt es auch die *Lastverteilung*\-Option. Dabei nutzt die UDM Pro beide WAN-Schnittstellen für höhere Geschwindigkeiten im Down- und Upload, doch hierfür ist ein LTE-Tarif mit massig Datenvolumen oder ein zweiter DSL-/ Kabelanschluss bei einem anderen Provider notwendig. Absolut begeistert wäre ich, wenn sich die vier potenziellen WAN-Ports auch gleichzeitig als WAN-Ports verwenden lassen würden. Für einen Test in Zusammenhang mit den *Traffic Rules* und weiterer Hardware hätte ich einen dritten WAN-Port sehr geschätzt.

## Fazit und Alternativen zur UniFi Dream Machine Pro.

Günstig ist die UDM Pro keineswegs; hier lohnt sich ein Blick auf die Omada-Serie von TP-Link. Allerdings wiegt der Preis von 350€ bis 405€ weniger schwer, wenn man auflistet, welche Geräte die UDM Pro vereint. Wer bereits Ubiquiti-Hardware verwendet oder deren SDN-Software präferiert, aber gleichzeitig möglichst preiswert kaufen möchte, macht mit den neuesten Produkten – UXG-Lite oder UniFi Express – für ca. 140 Euro einen guten Deal. Wichtigster Unterschied ist, dass das UXG-Lite Gateway IDS sowie IPS unterstützt. Das kann das UniFi Express-Gateway nicht, doch dafür gibt es hier WLAN; sogar Wifi 6\. Interessierte beider Produkte müssen sich noch gedulden, denn auf der Website für den europäischen Markt haben sie den Status *sold-out* (dt.: ausverkauft).

©️ Leon Ebersmann